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W-Tec - Wiederauferstehung?

 

 

Enduro- und Motocrossfans können sich vielleicht erinnern. 2001 präsentierte Hennie Winkelhuis ein Wettbewerbsgespann, das sich in manchen Details von den gängigen Konstruktionen unterschied. Der Niederländer hatte sich nach dem Verkauf der von ihm gegründeten Firma EML ganz dem Bau von Sportquads verschrieben, die er unter dem Namen W-Tec vertrieb. Doch das Thema Crossgespanne ließ Winkelhuis nicht los, immerhin hatte EML unter seiner Führung sieben WM-Titel und zahlreiche nationale Erfolge eingefahren. Allerdings stockte das neue Gespannprojekt bereits in der Startphase und wurde später durch Winkelhuis' Krebserkrankung nicht mehr vorangetrieben.

 

Norbert Degenhardt ist von der Konstruktion so überzeugt, dass er das Gespann in Kooperation mit W-Tec nun doch noch auf den Markt bringen will. "Es gibt in der Szene einiges Interesse", weiß Degenhardt, der in Eschwege-Albungen ein Motorradsport-Geschäft betreibt und selbst seit langen Jahren erfolgreich Offroadwettbewerbe bestreitet. Das hier gezeigte Exemplar, mutmaßlich das zweite von W-Tec damals gebaute, ist mittlerweile in Degenhardts Besitz.  Zunächst fällt am W-Tec-Gespann die Vordergabel ins Auge. Dank eines ausgeklügelten Umlenksystems zur Abstützung der Schubschwinge bleibt der Nachlauf über den gesamten Federungsbereich konstant. Vorteil: Zur Verbesserung des Handlings kann bereits der statische Nachlaufwert kurz gewählt werden, was vor allem für Sandpisten sinnvoll ist. Anders als bei herkömmlichen Schwingen gerät die Geometrie dieser Gabel beim Einfedern dann nicht mehr in einen Bereich, bei dem die Lenkung nervös wird.  

 

 

Die Hinterradschwinge stützt sich über zwei Federbeine ab. Heute lassen sich Dämpferelemente in beliebigen Abstimmungsvarianten bauen, für progressives Ansprechen braucht es keine Hebelumlenkung mehr. Das direkt angelenkte Federbeinpaar bringt gegenüber einem Monoelement etwa zwei Kilo Gewichtsvorteil und wird besser gekühlt. Außerdem bleibt das Gespann eingeschränkt fahrbar, wenn ein Dämpfer ausfällt. Überdies hatte Winkelhuis damals eine höhenverstellbare Beiwagen-Plattform vorgesehen, der Rahmen war von vorneherein für Rechts- und Linksausleger konzipiert. Da kann man nur hoffen, dass Degenhardt seine Pläne realisiert.

Kontakt: http://www.motorradsport-degenhardt.de

AK 44/09