Motocross - Keine Vetternwirtschaft
Start zum Titel - #4 Hendrickx-Liepins #1 Willemsen-Verbruge #6 Rupeiks-KurpnieksWenn die Weltelite der Gespann-Motocrosser
zum Auftakt der WM 2010 am 28. März im belgischen Genk hinter das Startgitter rollt, wird sich dem Betrachter ein ungewohntes Bild bieten: Erstmals seit sechs Jahren trägt nicht der siebenfache Weltmeister Daniel Willemsen die Startnummer "1", sondern Joris Hendrickx/Kaspars Liepins. In einem äußerst spannenden Finale sicherte sich das belgisch-lettische Duo am vergangenen Sonntag auf dem harten Parcours von Rudersberg die Weltmeisterschaft. Für den 26jährigen Fahrer ist dies ebenso wie für den 24jährigen Beifahrer der erste Titelgewinn. Mit Hendrickx hat auch die belgische Motocross-Szene Grund zur Freude. Zwar feierten Fahrer aus dem Königreich schon zahlreiche WM-Erfolge in den Soloklassen, doch ein Gespanntitel fehlte bislang. In Lettland ist man da erfolgverwöhnter: Vor Liepins kam Artis Rasmanis (mit Kristers Sergis) fünfmal und Kaspars Stupelis (mit Daniel Willemsen) zweimal zu WM-Ehren. Hendrickx/Liepins setzten auf ein VMC-Chassis mit einem KTM-Motor.
Dabei schien es anfangs,
| als würde Hendrickx Vetter Jan das Rennen machen. Doch büßten der und Beifahrer Tim Smeuninx im ersten Lauf ihren Vorsprung von 13 Punkten ein, nachdem zunächst das Getriebe und dann der getunte KTM-Viertakter streikte. Im zweiten Lauf hatte der jüngere Vetter jedoch wiederum die Nase vorne und musste sich nur den an diesem Wochenende ausgesprochen starken Briten Stuart Brown/Luke Peters geschlagen geben. Damit blieb für Hendrickx/Smeuninx lediglich die Silbermedaille. | Kommentar von Motorentuner Friedhelm Zabel: "Jan hätte den Titel schon längst in der Tasche, wäre er mit meinen Motoren unterwegs gewesen..." In der Tat funktionierten die Zweitakter, auf die Ex-Weltmeister Willemsen ebenso wie die deutschen Spitzenteams Happich und Walter setzen, in dieser Saison sehr zuverlässig, während die aufwändig getunten Viertakter einiger Topfahrer diverse Male eingingen. Bronze holten sich erwartungsgemäß die jungen lettischen Brüder Janis und Lauris Daiders. | Der erfolglose Titelverteidiger Daniel Willemsen hatte in Rudersberg noch nie glänzen können. Auch diesesmal geriet der Auftritt des Multimeisters gründlich daneben. Nach einem guten ersten Start verließ er bei der Verfolgung der neuen Champions kurz die Piste und musste aufgeben, weil Beifahrer Sven Verbrugge mit Verdacht auf eine Daumenfraktur das Rennen nicht fortsetzen konnte. Auf unsere Frage, ob Willemsen 2010 den achten Titel angreifen will, bejahte der Holländer ohne Zögern. Ob mit Verbrugge - steht allerdings in den Sternen. |
Vom Ausfall Willemsens profitierten die zuletzt
vom Pech verfolgten Marko Happich/Martin Betschart - ausgleichende Gerechtigkeit. Als auch der Tscheche Vaclav Rohzenal beim zweiten Start strandete, reichten die Plätze vier und sieben für eine Verbesserung vom sechsten auf den vierten WM-Rang vor Willemsen. Einen starken Auftritt hatten Martin Walter/André Saam vor den rund 7000 Zuschauern. Nach dem siebten Platz im ersten Durchgang rangierten die Lokalmatadoren im zweiten Lauf sogar einige Zeit an dritter Position, mussten dann aber die Letten Maris Rupeiks/Haralds Kurpnieks vorbei lassen.
Wie immer fanden sich zum großen Finale auch zahlreich Prominente ein, so Weltmeister Christoph Hüsser (1988/89) und fünf der sechs deutschen Vizeweltmeister: Michael Garhammer, Walter Netterscheid und Lothar Jehle, Martin Gölz, Klaus und Thomas Weinmann, Alois Wenninger und Henry van de Wiel. Leider gelang es uns nicht, alle für ein Gruppenfoto zu versammeln, da die Streckenbeschallung nicht die letzten Winkel des weitläufigen Fahrerlagers erreichte. Ebenfalls in Rudersberg angereist war Alan Tricker. Der mittlerweile 80jährige Reporter dürfte vielen Gespannfans früherer Jahrzehnte bekannt sein, da er häufig Rennen in Deutschland besuchte. "Ob ich im nächsten Jahr überhaupt nochmal kommen kann, weiß ich nicht", ließ der Engländer, der mittlerweile nicht mehr sonderlich gut zu Fuß ist, offen.
Ein anderer Promi war zwar nicht persönlich vor Ort, steuerte aber ein freundliches Grußwort für das Rennprogramm bei: Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger. Sie erinnern sich? Genau der, der zu Beginn seiner Polit Karriere im südwestlichsten Bundesland flächendeckend Straßen für Motorradfahrer sperren wollte. Aber wie sagte schon Adenauer: "Es kann mir keiner verbieten, klüger zu werden..."
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| Einfach schneller - Brown-Peters noch hinter Happich-Betschart | Ende gut - vierter WM-Rang für Happich-Betschart | Sensationeller Heimspiel - Walter-Saam |
Termine MX-Weltmeisterschaft 2009
- 28.3. Genk/B
- 5.4. Oldebroek
- 18.4. Langrish/GB
- 2.5. Plomion/F
- 9.5. Wohlen/CH
- 23.5. Chernivtsi/UA
- 11.7. Neeroeteren/B
- 8.8. Kegums/LV
- 5.9. Slagelse/DK
- 12.9. Rudersberg/D
AK 38/09










